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Krypto-Zinsen-Tipps: Wie du deine Lending-Rendite optimieren kannst

In diesem Artikel erfährst du …

  • welche Anlagemöglichkeiten Crypto Lending bietet,
  • wie du als Krypto-Sparer höhere Zinsen bekommst,
  • mit welchen Risiken höhere Zinssätze verbunden sind,
  • wie du als Kreditnehmer deine Zinslast reduzieren kannst.

Vielleicht ist dir in unserem Anbieter-Vergleich bereits aufgefallen, dass wir pro Anbieter jeweils einen “Basiszins” und einen “Maximalzins” ausweisen - und zum Teil liegen diese Zinssätze weit auseinander.

Aktuelle Krypto-Zinsen im CryptoStudio übersichtlich dargestellt Die tagesaktuelle Zinsübersicht im CryptoStudio

Das liegt daran, dass viele Crypto Lending-Anbieter (“Krypto-Kredit-Anbieter”) unterschiedliche Anlagemöglichkeiten anbieten, die jeweils andere Zinsen auszahlen. Genauso wie bei Banken gibt es beim Crypto Lending also nicht den einen Zinssatz, sondern verschiedene Anlagemöglichkeiten, mit denen du als Anleger deine Rendite gemäß deinem persönlichen Risikoprofil optimieren kannst.

“Der Zinseszins ist das 8. Weltwunder. Wer den Zinseszins versteht, verdient ihn, wer ihn nicht versteht, bezahlt in."
Albert Einstein

Grundsätzlich setzen sich die Zinsen auf beim Crypto Lending aus einem Basiszins und einem konditionalen Zins zusammen - auch wenn die Lending-Anbieter diese Terminologie so nicht verwenden. Der Basiszins ist der minimale Zins, den du bei dem jeweiligen Anbieter bekommen kannst. Der konditionale Zinssatz ist der zusätzliche Zins, den du über den Basiszins hinaus bekommst, wenn du deine Geldanlage den Konditionen des Anbieters entsprechend gestaltest. Die folgenden Tipps erklären dir, wie du deinen Zinssatz und somit deine Einnahmen anhand dieser Konditionen optimieren kannst. 

Tipp 1: Crypto Lending mit Stablecoins

Zunächst musst du dich entscheiden, in welcher Währung du dein Geld anlegen willst. Bei den meisten Anbietern kannst du in einer volatilen Kryptowährung wie Bitcoin oder Ethereum anlegen oder in einem Stablecoin, der zum Beispiel an den US-Dollar gebunden sein kann. Bei wenigen Anbietern kannst du auch direkt in Fiatwährungen wie dem US-Dollar oder dem Euro anlegen.

Falls du in einer volatilen Kryptowährung wie Bitcoin oder Ethereum anlegst, dann kann der Lending-Anbieter damit keine Fiat-Kredite vergeben, ohne selbst auch ein Volatilitätsrisiko zu übernehmen. Wenn du allerdings einen Stablecoin wie USD Tether anlegst, kann der Lending-Anbieter damit ohne Volatilitätsrisiko einen US-Dollar-Kredit vergeben. Da die Kredite der Lending-Anbieter meist in Fiat-Währungen oder Stablecoins nachgefragt werden, sind Stablecoins für die Anbieter von höherem Wert - und deshalb erhältst du dafür auch höhere Zinsen. Während du für Bitcoin oder Ethereum bei den meisten Anbietern zwischen 2% und 4% Zinsen bekommst, kannst du mit Stablecoins, je nach Anbieter, sogar bis zu 10% Zinsen bekommen. Der Unterschied ist signifikant und deshalb ist Stablecoins-Lending der erste Schritt zum höheren Zins.

Mit Stablecoins sind höhere Zinsen beim Crypto-Lending realisierbar. Höhere Zinsen sind unter anderem mit Stablecoins als Collateral realisierbar

Legst du dein Geld hingegen in einer volatilen Kryptowährung an, dann trägst du selbst ein Volatilitätsrisiko, denn der Wert deiner Geldanlage schwankt während des Anlagezeitraums. Das kennst du bereits, wenn du schon mal Bitcoin als langfristige Anlage gekauft hast. Der Preis kann schnell sinken und natürlich auch steigen, was dir dann zugute käme. Legst du dein Geld hingegen in einem Stablecoin an, dann ist dieses Volatilitätsrisiko deutlich geringer. Das leuchtet dir vielleicht nicht sofort ein, denn du bekommst somit für eine Anlagewährung mit geringerem Risiko eine höhere Verzinsung - das entspricht nicht dem klassischen Risiko-Rendite-Paradigma der Finanzwelt. In der Krypto-Finanzwelt ist die Instabilität allerdings systemimmanent, weshalb Anleger für Stabilität belohnt werden.

Bei Stablecoins musst du allerdings auch bedenken, dass du unter Umständen ein Währungsrisiko trägst. Wenn du beispielsweise Euro in einen an den US-Dollar gebundenen Stablecoin umtauschst, z.B. USD Tether (USDT), dann wirken sich die Wertschwankungen des US-Dollars auf dein Euro-Vermögen aus. Im Vergleich zu Bitcoins Volatilität sind die Wertschwankungen großer Fiat-Währungspaare aber sehr gering. 

Tipp 2: Investiere in den Lending-Token des Anbieters

Manche Anbieter geben ihre eigenen Kryptowährungen aus, auch als “Lending-Token” bezeichnet, zum Beispiel Celsius Network (CEL), Cake (DFI), Crypto.com (CRO) oder Nexo (NEXO). Die Crypto Lending-Anbieter haben ein Interesse daran, dass du ihre Token kaufst, da der Wert des Tokens davon profitiert. Deshalb kannst du bei diesen Anbietern höhere Zinsen bekommen, wenn du zumindest einen Teil deiner Geldanlage in den jeweiligen Lending-Token investierst und dann bei diesem Anbieter ein Sparkonto eröffnest. Je mehr du im Lending-Token anlegst, desto höher sind meist auch die Zinsen. Der Unterschied zwischen Krypto-Sparen mit oder ohne Lending-Token kann, je nach Anbieter, sogar mehr als 10% betragen.

Dabei musst du jedoch beachten, dass diese Lending-Token im Vergleich zu Bitcoin oder Ethereum eine niedrige Marktkapitalisierung und geringe Liquidität haben. Die Volatilität ist deshalb noch deutlich höher als bei Bitcoin oder Ethereum. Als Anleger trägst du somit ein höheres Verlustrisiko, das auch die höheren Zinsen schnell wieder zunichte machen kann. Auf der anderen Seite kann sich die Volatilität natürlich auch zu deinen Gunsten auswirken und du kannst eine höhere dreistellige oder sogar vierstellige Rendite erzielen. Falls der Token an Wert gewinnt, erhältst du somit nicht nur die höheren Zinsen, sondern zusätzlich auch noch die Wertsteigerung des Tokens.

Die gesamte Marktkapitalisierung des CEL Tokens von Celsius Network, hier als Graph dargestellt, wirkt sich direkt auf die Kursentwicklung von CEL aus Die Marktkapitalisierung des CEL Tokens von Celsius Network
Die gesamte Marktkapitalisierung des NEXO Tokens von Nexo.io, hier als Graph dargestellt, wirkt sich direkt auf die Kursentwicklung von NEXO aus Die Marktkapitalisierung des NEXO Tokens von Nexo.io

Wenn du in Lending-Token investierst, solltest du den Anbieter genau unter die Lupe nehmen und das Geschäftsmodell, die “Tokenomics” des Anbieters, genau verstehen. Im Prinzip sind diese Token wie Penny Stocks, also die Aktien sehr kleiner Unternehmen. Der Totalverlust ist möglich, aber eben auch vierstellige Renditen. Die höheren Zinsen, die du dann bekommst, sind deshalb nur ein Teil der Investmententscheidung, maßgeblich kommt es auf das Geschäftsmodell des Anbieters an. 

Bei manchen Anbietern kannst du außerdem wählen, in welcher Währung du dir deine Zinsen auszahlen lassen willst. Der Standard ist “in-kind”, also in der gleichen Währung wie deine Anlagewährung. Bei manchen Anbietern, zum Beispiel Blockfi, kannst du dich auch in einer anderen Währung als der Anlagewährung auszahlen lassen. Du kannst zum Beispiel Bitcoin anlegen und dir deine Zinsen in Ethereum auszahlen lassen. Manchmal gibt es auch die Option, dich im jeweiligen Lending-Token auszahlen lassen, zum Beispiel bei Celsius Network oder Nexo. Dann legst du zum Beispiel in Bitcoin an, aber deine Zinsen werden im CEL-Token oder Nexo-Token ausbezahlt. Dadurch kannst du dann wieder einen höheren Zins bekommen, denn im Grunde machst du dann nichts anderes, als deinen Zinsgewinn in den Lending-Token zu investieren. Durch die Zinszahlung hast du dann den Lending-Token in deinem Wallet (“Konto”) und bist somit wieder dem Volatilitätsrisiko des Tokens ausgesetzt. 

Tipp 3: längere Anlagezeiträume

Bei vielen Lending-Anbietern gibt es keine festen Anlagezeiträume, sondern du kannst dein Geld jederzeit abheben. Einige wenige Anbieter bieten jedoch auch feste Anlagezeiträume an, die ähnlich funktionieren wie ein Festgeldkonto bei der Bank. Auf Crypto.com kannst du zum Beispiel zwischen einem flexiblen Anlagehorizont und einem 1-monatigen oder 3-monatigen Anlagehorizont wählen. Je länger du dein Geld dem Anbieter überlässt, desto höher sind die Zinsen. 

Je länger die Laufzeit, desto höher die Krypto-Zinsen und Jahresrendite am Beispiel von Crypto.com Höhere Zinsen durch eine verlängerte Laufzeit bei Crypto.com

Tipp 4: Krypto-Dividenden und Bonuszahlungen 

Je nach Anbieter gibt es neben den Zinsen zusätzlich Anreize und Boni. Bei Nexo bekommst du zum Beispiel eine Dividende ausbezahlt, wenn du deren Lending-Token hältst. Bei Cake bekommst du einen Bonus, falls deine Anlagewährung (Bitcoin oder Ethereum) einen bestimmten Preispunkt überschreitet, ähnlich wie bei einem Optionskontrakt. Diese zusätzlichen Zahlungen sind zwar keine Verzinsung im klassischen Sinne, sie können aber deine Rendite deutlich erhöhen.

Tipp 5: Zinsgrenzen beachten

Bei manchen Anbietern bekommt man nur auf einen bestimmten Anlagebetrag einen höheren Zins, danach springt der Zins wieder auf den Basiszins zurück. Bei BlockFi bekommen Anleger zum Beispiel auf die ersten 2,5 Bitcoin (Vorsicht: Das gilt nur bei Anlagewährung Bitcoin, nicht bei anderen Kryptowährungen) einen Zins von 6%. Darüber hinaus gibt es allerdings nur noch den Basiszins von 3%. Man kann also seine Zinsen erhöhen, indem man gezielt bei verschiedenen Anlegern diese Grenzen ausnutzt. 

Die Zinsen auf Bitcoin sind bei Crypto.com auf die ersten 2.5 BTC am höchsten. Höhere Zinsen für die ersten 2,5 BTC bei BlockFi

Tipp 6: Als Kreditnehmer die Zinsen reduzieren

Während du als Krypto-Sparer höhere Zinsen erwirtschaften möchtest, willst du als Krypto-Kreditnehmer natürlich niedrigere Zinsen bezahlen. Auch hier gibt es wieder ein paar Stellschrauben, an denen du drehen kannst. Zum einen kannst du einen besseren Zinssatz bekommen, indem du wiederum einen Teil deiner Kreditsicherheiten in Form des Lending-Tokens bereitstellt, bzw. indem du deine Kreditzinsen in Form von Lending-Token zahlst. Darüber hinaus hängt die Höhe der Zinsen auch von der Loan-to-Value (LTV) Ratio ab. Je niedriger die LTV, desto mehr Sicherheiten musst du bereitstellen - du überlässt dem Anbieter somit mehr Kapital. Nicht jeder Anbieter ermöglicht es dir, eine niedrigere LTV zu wählen, dort wo es möglich ist, bekommst du für die niedrigere LTV meist einen niedrigeren Zins.

Durch den Einsatz von Lending-Token und einen niedrigen LTV (höherer Collateral nötig) lassen sich niedrigere Zinsen für einen günstigen Krypto-Kredit erzielen. Tagesaktuelle Krypto-Kredit-Zinsen im CryptoStudio als praktische Übersicht

Fazit: Deine Crypto Lending-Optimierung ist abhängig von deiner Risikobereitschaft

Genauso wie bei Banken kannst du deine Geldanlage also auch beim Crypto Lending optimieren. Sei dir darüber im Klaren, welch Risiken du eingehen willst und gestalte deine Strategie dementsprechend. Es sollte dir dabei nicht darum gehen, deine Zinsen zu maximieren, sondern sie im Einklang mit deiner Risikobereitschaft zu optimieren.

Die wichtigsten Stellschrauben zur Zinsoptimierung sind die Anlagewährung (Tipp 1) und ob der jeweilige Lending-Token ebenfalls Teil deiner Geldanlage sein soll (Tipp 2). Schau dir dazu die jeweiligen Anbieter genau an und analysiere, wovon die Höhe der Zinsen jeweils abhängt. Auf unserem Anbietervergleich bekommst du alle nötigen Informationen. 

Willst du beim Crypto Lending hohe Zinsen verdienen, dann bekommst du diese indem du in Stablecoins anlegst und dazu noch in den Lending-Token investierst, bzw. dir deine Zinsen im Lending-Token ausbezahlen lässt. Die niedrigsten Zinsen (Basiszins) bekommst du hingegen, wenn du in einer volatilen Kryptowährung anlegst und nicht in den Lending-Token investierst. Jede Strategie hat mit bestimmten Risiken, über die du dir im Klaren sein solltest.  

Sei auch auf der Hut vor unseriösen Anbietern. Manche Anbieter erklären nicht genau, wie die Zinsen zustandekommen oder es werden unrealistische Erwartungen bzgl. der Wertentwicklung des Lending-Tokens geweckt. Diese Token langfristig zu halten ist riskant und die Wertsteigerung eines Tokens kann dir niemand garantieren. Falls du in einen Lending-Token investieren willst, solltest auf jeden Fall eine höhere Risikobereitschaft mitbringen. 

In diesem Artikel hast du gelernt,
  • dass sich die Zinsen aus dem Basiszins und einem konditionellen Zins zusammensetzen,
  • dass du deinen Zins relativ zu deiner Risikobereitschaft optimieren kannst,
  • dass die Höhe der Zinsen maßgeblich von der Anlagewährung abhängt und von deiner Bereitschaft, in einen Lending-Token zu investieren,
  • dass die Währung, in der du dir deine Zinsen auszahlen lässt, einen Einfluss auf die Zinshöhe haben kann,
  • dass dein Zins als Kreditnehmer vor allem von deiner LTV und der Währung des Collaterals abhängt.
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